Autor: blitzkunst

Wertlose Website Weg

Rotkaeppchen68/CC BY-SA 3.0.

Offenbar kommuniziert die Redaktion des Kunstmagazins art nicht so gern. Jedenfalls nicht, wenn es um Digitales geht. Das Onlineangebot von art jedenfalls wurde kürzlich eingestellt, ohne dass auf der Seite selbst oder über Social Media darauf hingewiesen worden wäre. Und auch auf wiederholte Anfragen an die Redaktion, ein paar Fragen zu diesem Fall zu beantworten, erfolgte bislang keine Reaktion. (mehr …)

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ZKR und Schloss Biesdorf sind sich nicht mehr grün

Schloss Biesdorf. Photo© Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0.

Kleine Berliner Bombe zum Jahresende: Das ZKR – Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum verlässt seinen Standort Schloss Biesdorf. Der Betreiber, die Grün Berlin GmbH, war erst im September 2016 im Auftrag des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf angetreten, das architektonisch nicht ganz einfache, aber irgendwie zickig-attraktive und landschaftsgärtnerisch toll umarmte Gebäude in der Aufmerksamkeit des Berliner Kulturgeschehens zu verankern – und zwar mit einem großartigen Programm und deshalb unabhängig von den Besucherzahlen erfolgreich. (mehr …)

Solidaritätszuschlag

David Zink Yi, „Lieblingsarm (Favourite Arm)“, 2009. Werk aus der Auktion bei lend-me-your-ear.org. Aktuelles Gebot: noch zu niedrig.

Eben noch war alles gut. Liebe, Familie, Geld, Wohnung, Reihenfolge egal, alles gleich gut. Dann passiert irgendwas, und dann blöderweise gleich darauf noch was, und auf einmal ist nichts mehr gut, und dann zeigt sich aber mal wirklich, wer die sprichwörtlich echten Freunde sind. Je höher in einem sozialen Umfeld der Stellenwert der Außenwirkung, desto weniger gibt es davon, sagt das Klischee. Wenn es stimmt, dann ist dieser Stellenwert in manchen Bereichen der Kunstwelt ziemlich gering. (mehr …)

Die Macht der Friseure

Für die Präsenz von Kunst in kleinstädtischen Gemeinden gilt ja häufig eine von zwei Regeln. Die eine: Wo nichts ist, kann alles werden. Die andere: Wo nichts ist, da soll auch nichts hin. Hier eine Theorie: Weist eine Kleinstadt eine überproportional hohe Anzahl an Friseurläden auf, gilt bezüglich ihrer Haltung zu Kunst von beiden Regeln die letztere. (mehr …)

Aquatisches Wabern und handfestes Holz

Man kann Ewigkeiten verdaddeln auf der Website der Galerie Zierfische, die streng genommen keine Galerie ist, jedenfalls keine mit einem Raum, sondern nur mit Schaufenstern, aber das ist eine andere Geschichte und im übrigen auch kein Defizit, denn abgesehen davon, dass die Galerie Zierfische über die Kooperation mit dem Späti nebenan mitttelbar doch über Räume verfügt, in denen man die zu jeder Ausstellung herausgegebene Edition erwerben kann, gibt es eben auch noch die bereits erwähnte und zu recht erwähnenswerte Website. (mehr …)

Alles so schön bunt

©www.hautfarben-buntstifte.de.

Jahrzehntelang hatten Buntstiftmarken wie Staedtler zwar jede Menge Farben im Sortiment, aber keine Hautfarben. Sondern einfach nur Farben. Mit denen sollte man dann zeichnen, was die Fantasie hergab. Oder das, was man in seinem Umfeld so sah. Menschen unterschiedlicher Hautfarben mochten auch darunter sein, nur, die konnte man leider nicht zeichnen – weil es keine entsprechenden Buntstiftfarben gab. Denn wenn man die Welt so abbilden will, wie sie ist, dann muss man natürlich auch das entsprechende Werkzeug dazu haben. Es kann etwa einem Menschen, der zur Darstellung von Hautfarben nur die Buntstiftfarben Rosa, Gelb, Braun und Schwarz zur Verfügung hat, kein Rassismus vorgeworfen werden – einem Menschen, der Zugriff auf eine breite Palette von Buntstiften zur naturgetreuen Darstellung von Hautfarben hat und diese nicht korrekt anwendet, dagegen schon. Und weil es jetzt solche Buntstifte gibt, ist der Mensch nicht nur endlich in der Lage, die Welt so darzustellen, wie sie ist, er hat auch keinen Grund mehr, dies nicht zu tun. „Mit den Hautfarben-Buntstiften von GoVolunteer malen Kinder sich selbst und ihre Freunde endlich so, wie sie aussehen“, heißt es im Onlineshop von GoVolunteer, einer Plattform zur Förderung zur Integration von Flüchtlingen. Ein beruhigendes Gefühl zu wissen: Dank dieser Buntstifte ist die fies bis zum Rand mit Ambivalenz gefüllte Kluft zwischen Wirklichkeit und ihrer Darstellung ein klein bisschen schmaler und die Integration von Menschen unterschiedlicher Hautfarben sehr viel einfacher geworden. (mehr …)

Vier Frauen, zwei Paarungen, ein Preis

Sicherer Anwärter auf den Publikumssieg: „Amazonas Shopping Center“ von Sol Calero. Installationsansicht „Preis der Nationalgalerie 2017“, Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart, Berlin.

Warum Udo Kittelmann auf der Pressekonferenz zum Preis der Nationalgalerie 2017 mit der Vorstellung des Sponsors BMW in Gestalt des BMW-Repräsentanten Thomas Girst verkündet, er fahre einen nicht von BMW gesponserten BMW, was ihm „viel Freude“ bereite, wird sein Geheimnis bleiben, ansonsten umweht nichts Geheimnisvolles die Auswahl der Shortlist für den diesjährigen Preis. Dass sie mit Sol Calero, Iman Issa, Jumana Manna und Agnieszka Polska nur aus Frauen besteht, ist Zufall, und solange Männer noch anderswo Gelegenheit zum Erhalten von Preisen haben und die wichtigste museale Auszeichnung Deutschland grundsätzlich weiterhin auch an Männer gehen kann, auch kein Problem. (mehr …)

Dogs Looking at Things #20

Hier das Foto von einem Hund vor einem Späti, der kein richtiger Späti ist, sondern eine künstlerische Umsetzung des Themas „Späti“, aber auf eine Weise, die für ein Augenblinzeln lang die Illusion eines echten Späti entstehen lässt, und das trotz der jede Illusion verbietenden Vogelperspektive auf das Sujet. Die Sache mit dem davorsitzenden Hund wirkt sich natürlich illusionsfördernd aus, denn was wäre ein Späti, würde nicht ab und zu ein Hund davor sitzen und darauf warten, dass Frauchen oder Herrchen mit dem Bier herauskommt. Vielleicht auch mal mit Hundefutter, aber in den meisten Spätis gibt es echt nur richtig schlimmes Hundefutter, weshalb sich Hunde nicht besonders für Spätis interessieren. Warum also sitzt hier ein Hund vor einem Späti, der nicht mal einer ist? Na, genau deshalb.

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Graue Mäuse gegen schwarze Ratten

Foto© Andrea Rüter/1000 Gestalten.

Was passiert, wenn man herrschenden Verhältnissen mit Ignoranz und Kritiklosigkeit begegnet, also gar nicht? Dann wird man zu einer grau verkrusteten Gestalt mit leerem Blick und hängenden Schultern, die sich, endlos Endzeitlichkeitsatmo verströmend, müde dahinschleppt, alles kaputt, Wille gebrochen oder nie da gewesen, von Körperfressern ausgehöhlt. Will man das? Nee. Jedenfalls nicht länger als ein paar Stunden. Irgendwann wird das Jucken der grauen Paste auf der Haut doch bestimmt unerträglich, und spätestens dann muss man aufwachen aus der Lethargie und sich das Graue vom Leib reißen, damit das Bunte darunter zum Vorschein kommt, so wie im Film Pleasantville auf einmal Farbe in die heile Schwarzweiß-Welt zu dringen beginnt, quasi als Äquivalent zu Evas Biss in den Apfel vom Baum der Erkenntnis, aber das ist eine andere Geschichte, wo waren wir gleich? Ach ja, bei den „1000 Gestalten“, jener Hamburger G20-Protest-Performance, die zu einer von grauen Mäusen veranstalteten Entertainment-Aktion verkommen wäre, hätten ihr nicht die schwarzen Ratten den Gefallen getan, sie zu einem dann doch wirkungsvollen Kommentar zu erheben. (mehr …)