Autor: blitzkunst

Dogs Looking at Things #20

Hier das Foto von einem Hund vor einem Späti, der kein richtiger Späti ist, sondern eine künstlerische Umsetzung des Themas „Späti“, aber auf eine Weise, die für ein Augenblinzeln lang die Illusion eines echten Späti entstehen lässt, und das trotz der jede Illusion verbietenden Vogelperspektive auf das Sujet. Die Sache mit dem davorsitzenden Hund wirkt sich natürlich illusionsfördernd aus, denn was wäre ein Späti, würde nicht ab und zu ein Hund davor sitzen und darauf warten, dass Frauchen oder Herrchen mit dem Bier herauskommt. Vielleicht auch mal mit Hundefutter, aber in den meisten Spätis gibt es echt nur richtig schlimmes Hundefutter, weshalb sich Hunde nicht besonders für Spätis interessieren. Warum also sitzt hier ein Hund vor einem Späti, der nicht mal einer ist? Na, genau deshalb.

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Graue Mäuse gegen schwarze Ratten

Foto© Andrea Rüter/1000 Gestalten.

Was passiert, wenn man herrschenden Verhältnissen mit Ignoranz und Kritiklosigkeit begegnet, also gar nicht? Dann wird man zu einer grau verkrusteten Gestalt mit leerem Blick und hängenden Schultern, die sich, endlos Endzeitlichkeitsatmo verströmend, müde dahinschleppt, alles kaputt, Wille gebrochen oder nie da gewesen, von Körperfressern ausgehöhlt. Will man das? Nee. Jedenfalls nicht länger als ein paar Stunden. Irgendwann wird das Jucken der grauen Paste auf der Haut doch bestimmt unerträglich, und spätestens dann muss man aufwachen aus der Lethargie und sich das Graue vom Leib reißen, damit das Bunte darunter zum Vorschein kommt, so wie im Film Pleasantville auf einmal Farbe in die heile Schwarzweiß-Welt zu dringen beginnt, quasi als Äquivalent zu Evas Biss in den Apfel vom Baum der Erkenntnis, aber das ist eine andere Geschichte, wo waren wir gleich? Ach ja, bei den „1000 Gestalten“, jener Hamburger G20-Protest-Performance, die zu einer von grauen Mäusen veranstalteten Entertainment-Aktion verkommen wäre, hätten ihr nicht die schwarzen Ratten den Gefallen getan, sie zu einem dann doch wirkungsvollen Kommentar zu erheben. (mehr …)

Alles Highlights beim Gallery Weekend Berlin 2017

Gut geklaut ist mehr als halb gewonnen, insbesondere wenn man es bei sich selber tut. Der folgende Beitrag lief zunächst und in Vortragsform bei NUN – Die Kunst der Stunde. Ein Phänomen, das in Kunstmedien immer dann geballt auftritt, wenn ein sogenanntes Kunst-Großereignis (Messe, Biennale, ihr wisst schon) bevorsteht: sogenannte Must-See- oder Highlight-Listen. Auch zum jüngsten Gallery Weekend Berlin passierte ein Großteil der Berichterstattung in Listenform, ein angenehm übersichtliches, Orientierung bietendes Format – denkt man. Bis man diese Listenberichterstattung einer kleinen Auswertung unterzieht. (mehr …)

Weiß ist eine reine Erfindung

Die Körperpflegemarke Nivea zog sich jüngst einen kleinen Shitstorm zu, und zwar mit der Werbekampagne für ein transparentes Deo. Der Spruch zum Motiv mit blonder Frau im weißen Bademantel: „White is Purity“. Abgesehen davon, dass sich Nivea nicht zum ersten Mal mit dem Vorwurf einer ethnisch monochromen Denke konfrontiert sieht, müsste doch gerade eine vor allem von Hautpflegeprodukten lebende Marke eigentlich wissen, wie „pure“ denn „white“ so ist… Vielleicht sollten sich die Marketingverantwortlichen für die nächste Kampagne neben einem etwas diversity-affineren Team auch den niederländischen Künstler Ties Ten Bosch als Berater dazuholen. (mehr …)

Warum Tegel bleiben muss

Was, wenn dieser schöne Kaffeebecher alles ist, was von TXL bleibt? TXL-Merchandise von ©www.ilovetxl.de.

Warum auf einem Kunstblog der Aufruf erfolgt, ein Volksbegehren zum Erhalt des Berliner Flughafens Tegel zu unterstützen? Weil jeder vernünftige Mensch, der in dieser Stadt etwas mit Kunst zu tun hat, mit TXL verbunden ist. Klar, nach Basel kommt man auch mit Easyjet von Schönefeld, und die Internationalisierung der Berliner Kunstszene wäre wahrscheinlich auch ohne Tegel erfolgt. Aber jeder Mensch mit sinnlichen und ästhetischen Antennen, und die spricht man ja gerade mit Kunst beschäftigten Menschen zu, muss einfach eine besondere Bindung spüren zu diesem Flughafen, der sich wie kein anderer nach dem „Grower, not a Shower“-Prinzip verhält. (mehr …)

Die Hoosen-Maschine

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen Christian Hans Albert Hoosen kennen und seine Kunst schätzen. Erstaunlich deshalb, weil er selbst nach eigener Aussage mit dem Kunstbetrieb nicht so gern so viel zu tun haben will, jedenfalls nicht mit den Scheißleuten darin, von denen es ja ziemlich viele gibt, aber Gott sei Dank ja nicht nur, und am Ende weiß Hoosen natürlich, dass auch Scheiße geil sein kann. Sagen wir, er pflegt ein leicht ambivalentes Verhältnis zu seiner eigenen Positionierung zu seiner Kunst und der Einordnung derselben durch andere, und es könnte sein, dass seine pimmelig fotzigen Rotzzeichnungen und in Teilzeit-Tourette gefertigten Verbalschlenker eine Art versuchter Übersprungshandlungen darstellen, bloß wegbleiben von den hohen Höhen der Hochkunst, aber das funktioniert nicht ganz, denn seine Malerei gehört zum Besten, was man dieser Tage an Malerei zu sehen bekommt. (mehr …)

Super Enttäuschung am Valentinstag

melgaard-the-purgePaare, die den Valentinstag feiern, haben auch sonst keine gute Beziehung. Zu nichts. Menschen, die den Valentinstag feiern, sind uncool. Menschen, die den Valentinstag überhaupt nur wahrnehmen, sind uncool. Bis auf eine Ausnahme: Bjarne Melgaard. Liebe Leute, wer von euch jetzt gerade in New York ist und um 17 Uhr (EST) noch nichts vorhat: Das hier ist für euch! (mehr …)

Dogs Looking at Things #19

zwischenstueckfoto_1Hunde sind sensationelle Schauspieler, wie jeder weiß. Fälschlicherweise werden sie häufig ins Pantomime-Fach gesteckt, weil sie nicht „sprechen“. Eine Einordnung, die auf Schlamperei und Faulheit beruht, aber so sind sie halt, die Menschen. Jedenfalls, hier bietet jemand oder etwas namens Bandevonzwei ein sogenanntes „Zwischenstück“ zur freien Nutzung an, und zwar allen Bühnen. BLITZKUNST ist zwar nicht so richtig eine und bietet auch keine, aber weil in dem Stück ein Hund vorkommt, passt ein Hinweis auf dieses Stück irgendwie doch, zumal das Script als Online-Lektüre verfügbar ist und man gar nicht zu irgendeiner Bühne gehen muss, um es aufgeführt zu sehen. Es trägt außerdem den Titel „By the way wo ist eigentlich der Hund?“ – berechtigte, aber irgendwie auch vorhersehbare Frage, ist doch logisch, dass der am Ende des Stücks nicht mehr da ist, denn er spricht nicht nur nicht, sondern bekommt das gesamte Stück über auch nichts zu sagen, und darauf haben Hunde natürlich keine Lust, da unterscheiden sie sich durch nichts von menschlichen Schauspielern.

Schwerer Blocken, dieser Jerry Saltz

saltz

Jerry Saltz, du alter Kritikerhaudegen, nimmst kein Blatt vor den Mund, lässt dich von nichts und niemandem einschüchtern, hast diesen nie versiegenden Mut zur Provokation, und wenn Facebook dich mal für ein explicit visual sperrt, sagst du, Facebook, du alter Magerquark, du kannst mir nix, und postest ein doppeltpenetrierendes visual, und dann freuen sich alle, auch Facebook, weil du dafür sorgst, dass überhaupt noch was passiert hier – von wegen… (mehr …)