Malerei

Großes Los bei Grisebach: Thomas Scheibitz

Thomas Scheibitz, „Ohne Titel (GP 57)“, 2003 (Detail).

Die Vorbesichtigungen zu den Auktionen bei Grisebach bieten nicht nur eine der effizientesten und zugleich kurzweiligsten Möglichkeiten der Kunstbetrachtung, sondern möglicherweise auch eine der demokratischsten. Hier hängt greater neben lesser, established neben emerging, und jede Arbeit steht einfach so für sich, ohne Bezug zu einer den Blick lenkenden, den Werkgehalt definierenden kuratorischen Metaebene. In Bezug auf die Preise hält das „demokratisch“ natürlich nicht unbedingt Stand, aber hier und da ist ein Werk so niedrig taxiert, dass man schreien möchte, dass man nicht mal die paar tausend Euro übrig hat, es zu ersteigern. (mehr …)

Außerhalb des Kunstbetriebs will niemand Kunst

©IG/@_martineder

Aktuell erfreut uns Instagram wieder mit einem Beispiel dafür, wie wenig sinnvoll es ist, wenn sich kunstfremde Kreise über Kunst unterhalten, oder aufregen, oder sich in welcher Form auch immer mit Kunst befassen. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Vor zwei Tagen wurde der Berliner Künstler Martin Eder Gegenstand einer Attacke des Instagram-Accounts @diet_prada, der als Moralapostel der Modeindustrie normalerweise Designer und Modemarken an den Pranger stellt. Grund für den Angriff: Eder habe für sein Werk „The Unknowable“ ungefragt bei einem anderen Künstler dreist und unübersehbar abgemalt. (mehr …)

Erik Schmidt: Unter Strom

erik-schmidt_rays-around-you_01Struktur kann Freiheit verschaffen, weiß der Freiberufler, nachdem er sich aus seiner Wohnbettlandschaft herausprokrastiniert und ein paar Tage lang to-do-listen-treu am Schreibtisch gearbeitet hat. Struktur kann Freiheit verschaffen, das trifft vielleicht auch im Fall von Erik Schmidt zu, der mit seinem jüngsten Werkzyklus zu einer neuen Freiheit gefunden zu haben scheint, indem er sich in seiner Sujetwahl von Strukturen abhängig gemacht hat. (mehr …)

Painting Now? Or Never?

Warum Malereiausstellungen immer schlimme Titel haben müssen

KW Painting Forever

Wer zeitgenössische Malerei ausstellt, hält es offensichtlich für notwendig, sich entweder für das gewählte Medium entschuldigen oder dafür werben, entweder sein Ende oder seine Neuerfindung propagieren zu müssen. Diesen Eindruck vermitteln allein schon die Titel von Malereiausstellungen. Und zwar nicht erst seit kurzem, sondern seitdem Kunst der Gegenwart zeitgenössisch ist. (mehr …)

Ein Gesicht wie ein Gemälde

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Photo© Lea Colombo für Dazed Digital

Malerei, die aussieht wie Fotografie, war eine Weile ja sehr in Mode und begründete mit dem Fotorealismus ein neues Genre. Abgemalte Fotos sind Kunst, fotografierte Gemälde sind Katalogabbildungen. Es sei denn, es handelt sich um Gemälde auf lebenden Gesichtern. Dann handelt es sich um Make-up. Um ein Make-up, das Kunst sein will. Jedenfalls im Fall des Make-ups für die SS14-Schau von Vivienne Westwood Red Label auf der London Fashion Week, eine ziemlich großartige Leistung aus der Hand von Makeup Artist Val Garland. (mehr …)