New York

Lucien Smith kaputt gefeiert

Bronx Party Lucien Smith

Die Party-Location in der Bronx. Links bei den Säulen ein Obdachloser mit Pappkarton-Behausung. ©www.welcome2thebronx.com

Eine A-Lister-Party mit Obdachlosen-Motto (dunkle Location, brennende Mülltonnen und so) zu veranstalten erfordert schon ein bisschen Mut zur Geschmacklosigkeit. Richtig eklig wird’s aber erst, wenn diese Party in einem Stadtviertel stattfindet, für dessen Bewohner Obdachlosigkeit eine reale Bedrohung bis Realität bedeutet. Es lässt sich aber noch eins draufsetzen: Indem die Party von Immobilienentwicklern gesponsert wird, die in diesem Viertel die Abschaffung von bezahlbarem Wohnraum vorantreiben. Und die kleine Kirsche auf diesem herrlich abgefuckten Kuchen: Gegeben wird die Party zu Ehren eines Übererfolgskünstlers der Stunde, nämlich Lucien Smith. Der kürzlich erst verkündet hatte, in Zukunft alles richtig machen zu wollen. Im Sinne von richtig falsch? (mehr …)

Pflicht und Manikür

Natalie Minerva_photo© Madeline Poole

Nail Art von Natalie Minerva. Photo© Madeline Poole/www.vanityprojectsnyc.com

Nicht jede Kunstform weiß schon zum Zeitpunkt ihres Entstehens, dass sie eines Tages als Hochkunst anerkannt sein wird. Katzenportraitmalerei oder Lowbrow Art zum Beispiel interessierten jahrelang niemanden. Heute gehören Martin Eder oder Mark Ryden zu den ganz Großen.

Zukunftsorientierte Kunstbetrachter sind deshalb grundsätzlich erst einmal aufgeschlossen, was außerhalb des allgemeinen Genrekanons verortete künstlerische Ausdrucksformen betrifft. Leider gibt es nicht sehr viele davon. Also von den zukunftsorientierten Kunstbetrachtern. Das macht es so mancher Kunstform schwer. Bei der Nail Art zum Beispiel handelt es sich um ein Genre, das in weiten Teilen des Kunstbetriebs nach wie vor nicht anerkannt ist, und das trotz prominenter Vertreter. (mehr …)