Gentrifizierung

Lucien Smith kaputt gefeiert

Bronx Party Lucien Smith

Die Party-Location in der Bronx. Links bei den Säulen ein Obdachloser mit Pappkarton-Behausung. ©www.welcome2thebronx.com

Eine A-Lister-Party mit Obdachlosen-Motto (dunkle Location, brennende Mülltonnen und so) zu veranstalten erfordert schon ein bisschen Mut zur Geschmacklosigkeit. Richtig eklig wird’s aber erst, wenn diese Party in einem Stadtviertel stattfindet, für dessen Bewohner Obdachlosigkeit eine reale Bedrohung bis Realität bedeutet. Es lässt sich aber noch eins draufsetzen: Indem die Party von Immobilienentwicklern gesponsert wird, die in diesem Viertel die Abschaffung von bezahlbarem Wohnraum vorantreiben. Und die kleine Kirsche auf diesem herrlich abgefuckten Kuchen: Gegeben wird die Party zu Ehren eines Übererfolgskünstlers der Stunde, nämlich Lucien Smith. Der kürzlich erst verkündet hatte, in Zukunft alles richtig machen zu wollen. Im Sinne von richtig falsch? (mehr …)

Die Opfergabe des Immobilienentwicklers Taekker

©www.plu41.org

Es ist ein paar Jahre her, da wurde der dänische Botschafter in Berlin mit der Aussage zitiert, in der deutschen Hauptstadt lebten und arbeiteten mehr dänische Künstler als in Dänemark. Vielleicht waren es dänische Künstler, die Joern Taekker den Weg nach Berlin wiesen. Und vielleicht möchte der umstrittene Immobilienentwickler ihnen dafür etwas zurückgeben. Vielleicht ist seine Unterstützung einer neuen „Kunsthalle“ ein Akt der Dankbarkeit.

„New Kunsthalle in Berlin“, so lautet die Überschrift einer Pressemitteilung. Klar, da ist man sofort neugierig. Schließlich hat es in Berlin noch keine Kunsthalle geschafft; umso toller, dass es mal wieder jemand zu versuchen scheint. Für einen Ausstellungsraum den Begriff „Kunsthalle“ zu verwenden, das zeugt von Mut – oder von Ignoranz. (mehr …)