Gallery Weekend Berlin 2013

Abschied auf Französisch

Soeben wurde bekanntgegeben, dass Cédric Aurelle ab sofort nicht mehr Geschäftsführer der abc Veranstaltungs UG ist. Hinter der Firmierung verbergen sich die beiden Leuchttürme des Berliner Kunstkalenders, die abc art berlin contemporary und das Gallery Weekend Berlin.

„Nach einem erfolgreichen Gallery Weekend 2013 beendet Cédric Aurelle seine Tätigkeit in Berlin aus persönlichen Gründen. Die Gesellschaft freut sich, dass er künftig von Paris aus als International Relations Manager für den französischsprachigen Raum fungieren wird und so der Gesellschaft verbunden bleibt.“ Dies vermeldet soeben die knapp gehaltene Pressemitteilung. Die Formulierung „aus persönlichen Gründen“ ist ja immer etwas ungeschickt, weil (mehr …)

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Maximal gutaussehende Menschen

Julia Siepmann Angelika Taschen

Julia Siepmann und Angelika Taschen. Photo© Maxime Ballesteros

Dass am Tag der Arbeit nicht gearbeitet wird, ist ja eher eine Herabwürdigung als Würdigung der Daseinsberechtigung des heutigen Feiertages, weshalb sich BLITZKUNST auch heute Arbeit macht, wenn auch wie üblich so wenig wie nötig, und deshalb besteht dieser Beitrag hauptsächlich aus Fotos. Allerdings aus sehr guten, denn sie stammen von Fotograf Maxime Ballesteros, dem man nicht genug danken kann dafür, dass er alles, was er fotografiert, maximal gut aussehen lässt (wenn auch hier das Motto gilt: Wo nichts ist, kann auch nichts werden). Davon profitieren auch einige der im folgenden abgebildeten Personen, die das Gala Dinner zum Gallery Weekend Berlin am letzten Samstag besuchten. (mehr …)

Berlin kann es noch

Wer schon lange in Berlin lebt, den kann fast nichts mehr überraschen. Auch nicht im positiven Sinne. Das Gala Dinner zum Gallery Weekend allerdings bot eine solche Überraschung. Der Raum, die Menschen, die Energie – auf einmal war dieses Gefühl von Einzigartigkeit wieder da, dieses Gefühl von Jetzt, wie es doch nur Berlin erzeugen kann.

GW 13_01In letzter Zeit hat sich eine gewisse Berlin-Müdigkeit eingeschlichen. All die Leute, die sich grundlos großartig finden, die Langsamkeit und Substanzlosigkeit, das ewige Sich durchschlagen und dabei immer irgendwie hingewieseltes Durchkommen, ohne einmal wirklich ernsthaft gefordert zu werden – und auf der anderen Seite die Übersättigung, die Selbstverständlichkeit, mit der man all das Großartige konsumiert, was die Stadt zu bieten hat, während man sich nur noch dunkel daran erinnert, wie es einmal war, wie aufregend es sich anfühlte, als man es zum ersten mal gesehen und gelebt hat, diese improvisierte Vereinnahmung von Raum und Zeit im Überfluss. Immer mehr Leute wollen weg aus der Stadt, wollen das Um-sich-selbst-Kreisen endlich eintauschen gegen eine Richtung – und wenn man dafür nach Los Angeles ziehen muss. (mehr …)

Großartig, wie das nicht zusammenpasst

Magma_L_Mau

Leonore Mau, „Haiti“, 1973. Courtesy Stiftung F.C. Gundlach/S. Fischer Stiftung.

Was haben Erwin Blumenfeld, Dan Graham, Timur Si-Qin und Leonore Mau gemeinsam? Keine Ahnung. Timur Si-Qin? Noch nie gehört? Leonore Mau? Eine vage Vorstellung. Die Künstlerliste des aktuellen Editions-Angebots von MAGMA ist erstaunlich.

Die Namen wurden laut Pressemitteilung „mit dem Ziel ausgewählt, dass ein Dialog der Positionen untereinander entsteht“. Ein Dialog will sich für mir zwar beim besten Willen nicht einstellen, aber das macht überhaupt nichts, die Auswahl ist trotzdem großartig, gerade weil da nichts zusammenpassen will, weil die Zusammenstellung so disparat erscheint.

Da muss wirklich individueller Geschmack am Werk gewesen sein, und ein Auge, das in viele unterschiedliche Richtungen schaut und einsteht für das, was es sieht. Das ist so selten geworden, dass die Liste von zehn Künstlernamen schon selbst wie Kunst aussieht. (mehr …)

Die Welle rollt an – Gallery Weekend Berlin

Montgomery

Hängt gerade noch am Kran, bringt ab morgen Erleuchtung: Installation der Arbeit von Robert Montgomery auf dem Holzmarkt-Gelände. ©AJLart.

Dass sich im Umfeld von Veranstaltungen von großer Strahlkraft viele kleine Nebenschauplätze ansiedeln, ist ein bekanntes Phänomen. Und eines, das von manchen Hauptveranstaltungen mit Argwohn betrachtet wird. Leider. Nebenschauplätze helfen nämlich, den Hauptschauplatz noch attraktiver zu machen. Nicht nur, weil sie das Angebot erweitern; ihre Existenz ist auch ein Vertrauensbeweis in die Anziehungskraft des Hauptevents.

Und deshalb kann sich das Gallery Weekend Berlin ziemlich geschmeichelt fühlen und glücklich schätzen. Genauso wie die Besucher desselben. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht schon am Vorabend übernimmt. Oder nein, im Gegenteil, dass man schon am Vorabend alles mitnimmt, was nur irgend geht. Um im Training zu sein. (mehr …)