Fotografie

Die DDR als Manufactum-Katalog

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M. Weisser, Butterpackmaschine Impulsa, o.J. ©Daily GDR.

Manche Kunst muss erst auf dem Müll landen, bevor sie groß wird. Wie im Fall eines Konvoluts von Fotoabzügen, die der Berliner Grafiker Martin Baaske beim Entsorgen von Papierabfall in einem Altpapier-Container fand. Weil viele davon in Umschlägen steckten oder rückseitig beschriftet waren, konnte Baaske ungefähr einordnen, worum es sich bei seinem Fund handelte: um Presse- und Dokumentarfotografie aus der DDR, zumeist aus den sechziger Jahren, bestimmt zur Abbildung in DDR-Zeitschriften.

Schöne Fotos, erkennt das geschulte Auge auf den ersten Blick. Merkwürdige Fotos, auf den zweiten. Denn offenbar sollten die Bilder vom Alltag in der DDR, von Passanten beim Einkauf, Vereinstreffen, Sportveranstaltungen oder Produktionsstätten die Realität auf ganz besonders reale Weise abbilden – und gerieten so zu Inszenierungen einer Inszenierung. (mehr …)

Neulich auf der Flugzeugtoilette

Komisch, jedes mal, wenn ich einen Flug buche und danach etwas google, stoße ich auf die Lavatory Self-Portraits in the Flemish Style (seit 2010) von Nina Katchadourian – ganz zweifellos ein Zeichen. Eine Aufforderung, den nächsten Besuch der Flugzeugtoilette nicht krampfhaft zu vermeiden, sondern ihn voller Freude zu absolvieren. Es Nina Katchadourian gleichzutun und die haptisch nur halbattraktiven Papiertrockentücher für etwas anderes zu verwenden als zum Händetrocknen. (mehr …)