NICHT GUT

Kunstraub beim Rundgang

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UPDATE 20.7.2015 15:20h: Der im folgenden Artikel behandelte Diebstahl wurde aufgeklärt, das Werk an die Künstlerin zurückgegeben.

Jedes Jahr im Sommer zeigen die Studierenden der Universität der Künste beim Rundgang, ob sie in der Lage sind, ihr Studienfach mit der gebotenen Eignung zu bewältigen. Für den Betrachter macht es allein schon die Masse der um Aufmerksamkeit buhlenden Werke zur Herausforderung, die Talente zu filtern. Beim diesjährigen UdK-Rundgang allerdings stach ausgerechnet eine Arbeit heraus, die gar nicht da war. (mehr …)

Das eigentlich Schlimme am blauen Pferd der Königin

Nicole Leidenfrost Pferd

Nicole Leidenfrost, „Pferd“, 2014. ©www.nicole-leidenfrost.de

Seit dem 25. Juni 2015 kennen die Feuilletons und Kunstmagazine der deutschen Medienlandschaft eine Künstlerin, die gute Chancen gehabt hätte, bis zu ihrem Lebensende niemals zum Gegenstand medialer Aufmerksamkeit zu werden, wäre sie nicht auserwählt worden, der Königin von England ein Bild zu malen. Nicole Leidenfrost wollte Freude schenken, stattdessen hat sie Spott und Häme gebracht, über Deutschland, über Joachim Gauck, und über sich selbst – wobei ihr letzteres noch egaler zu sein scheint als Deutschland und Gauck. Recht hat sie, es darf ihr völlig egal sein. Sie hat nämlich nichts getan. (mehr …)

Hätte Andy das gewollt?

Converse_Chuck_Taylor_All_Star_Andy_Warhol_-_Campbells_Red_largeWarum sollte er es nicht gewollt haben? Andy Warhol liebte Schuhe. Mit seinen Illustrationen von Schuhen fing alles an. Nicht die Campbell-Suppendosen, sondern Schuhe machten ihn berühmt. Aber die Campbell-Suppendosen wurden berühmter als die Schuhillustrationen. Und deshalb sind auf einer aktuellen Sonderedition von Converse die Suppendosen zu sehen, nicht die Schuhe. Wobei letzteres natürlich viel lustiger wäre. Und Warhol-mäßiger. (mehr …)

Die Opfergabe des Immobilienentwicklers Taekker

©www.plu41.org

Es ist ein paar Jahre her, da wurde der dänische Botschafter in Berlin mit der Aussage zitiert, in der deutschen Hauptstadt lebten und arbeiteten mehr dänische Künstler als in Dänemark. Vielleicht waren es dänische Künstler, die Joern Taekker den Weg nach Berlin wiesen. Und vielleicht möchte der umstrittene Immobilienentwickler ihnen dafür etwas zurückgeben. Vielleicht ist seine Unterstützung einer neuen „Kunsthalle“ ein Akt der Dankbarkeit.

„New Kunsthalle in Berlin“, so lautet die Überschrift einer Pressemitteilung. Klar, da ist man sofort neugierig. Schließlich hat es in Berlin noch keine Kunsthalle geschafft; umso toller, dass es mal wieder jemand zu versuchen scheint. Für einen Ausstellungsraum den Begriff „Kunsthalle“ zu verwenden, das zeugt von Mut – oder von Ignoranz. (mehr …)

Super seriös, Handelsblatt!

Handelsblatt Achenbach

Screenshot eines am 19.1.2015 veröffentlichten Artikels auf http://www.handelsblatt.com.

Das Handelsblatt, eine der letzten Bastionen seriöser Kunstmarktberichterstattung in der Mainstreammedienlandschaft. Denkt man. Und dann liest man. Nämlich den Bericht über die Zeugenvernehmung von Babette Albrecht im Achenbach-Prozess am 19. Januar am Landgericht Essen. Der fängt so an: „Sie war es, die mit ihrer Strafanzeige gegen Helge Achenbach überhaupt den Prozess ins Rollen brachte. Nicht in Escada gekleidet, sondern eher burschikos mit einer überdimensionierten weißen Rüschenbluse, Blazer mit Goldknöpfen, kniehohen Wildlederstiefeln und einer Vokuhila-Dauerwelle, aber mit Hermès-Handtasche trat Babette Albrecht (54), die Ehefrau des 2012 verstorbenen Berthold Albrecht, vor dem Landgericht Essen am Montag auf.“ So fängt der Artikel an. Weil sich der Autor aber nicht sicher ist, ob auch jeder Leser verstanden hat, dass er da gerade die optische Erscheinung von Frau Albrecht zum Anlass für eine Verurteilung ihrer Person genommen hat, geht der Artikel auch so weiter. (mehr …)

Gutes Personal…

BaibakovaWer sich darüber beklagt, wie schwierig es sei, gutes Personal zu finden, wird in der Regel nicht ernst genommen – als handele es sich um eine Bemerkung, die nur von jenen gemacht wird, in deren Lebensrealität die Suche nach Personal nicht vorkommt und die folglich nur als Witz gemeint sein kann. Aber nein – oft genug ist sie kein Witz, die Sache mit dem Personal. Es ist sehr wohl schwierig, gutes Personal zu finden. Und was noch viel schwieriger ist: es zu halten. Moskauer Oligarchen-Gattinnen und -Töchter zum Beispiel können ein Lied davon singen. Die Sammlerin und Mäzenin Maria Baibakova hat genau das getan. In Form einer Kolumne für den russischen Tatler. Leider kam das nicht so gut an. (mehr …)

Der Nahostkonflikt aus Sicht von Galerist und Sammler

Saltz Simchowitz YaYaYa

Collage zur Visualisierung einer scheißlustigen Fehde zwischen Jerry Saltz und dem für seine Kommunikationsfreudigkeit bekannten Sammler Stefan Simchowitz auf dem Blog YaYaYa. ©www.yayayagetarty.com

Manche Menschen finden, wenn man keine Ahnung hat, sollte man den Mund halten. Das stimmt nicht immer. Im Gegenteil, das Stellen von Fragen hat sich durchaus als probates Mittel zur Erlangung einer Ahnung erwiesen, und dafür muss man den Mund öffnen. Nur wenn man dumm ist, dann sollte man den Mund in der Tat besser halten. Magnus Edensvard ist dumm. Zumindest einer gestrigen Facebook-Statusmeldung nach zu schließen, einer Aussage von so wortgewaltiger Einfalt, dass wir uns kaum trauen, sie hier zu zitieren. Wir tun es dennoch: „Stop bombing Gaza now!!!! Now!!“ (mehr …)

Kein italienisches Kunstmagazin

Flash Art Cattelan

Früher oder später musste es ja passieren: BLITZKUNST wird mit einem italienischen Kunstmagazin verwechselt. Erstaunlich, dass sie nicht früher kam, die Email, in der etwas angepriesen wurde, was die Leser von Flash Art interessieren könnte. Was genau die Email anpries, wollen Sie jetzt nicht wissen (es handelt sich um nichts Anstößiges, leider, sondern um etwas Langweiliges). Wichtig ist nur eines: BLITZKUNST ist kein italienisches Kunstmagazin, da achten wir schon sehr drauf, auf den feinen Unterschied. (mehr …)

Wie teuer verkauft sich Cindy Sherman?

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Es gibt ja Kunstpreise, und es gibt „Kunstpreise“. Letztere werden meist von kommerziellen Marken ausgelobt und richten sich an „Künstler“, nicht an Künstler. Ausnahmen bestätigen nicht nur die Regel, sondern zwingen dazu, sich mit jedem neuen Kunstpreis aus der Corporate-Ecke auseinanderzusetzen, denn er könnte ja gut sein. Ein ganz wichtiger Faktor für das Gutsein eines solchen Kunstpreises ist die Jury. Wenn es sich um eine „Jury“ handelt, kann man auch den bestdotierten Kunstpreis vergessen, aber wenn die Juroren Tracey Emin, Shezad Dawood, Cindy Sherman und Baz Luhrmann heißen? Dann muss es sich entweder um einen extrem guten Kunstpreis handeln oder um eine der krassesten und kaputtesten Perversionen, seit es Kunstpreise gibt. (mehr …)