Perfekte Exit-Strategie

Isabelle Graeff, „Bunnies & Cakes“, Nr. 17 von 111 Unikaten der Edition „Exit“, 2018. ©www.editionexit.com

Ist es selektive Wahrnehmung, oder verzeichnen wir gegenwärtig tatsächlich eine signifikante Häufung fantastischer Editionen? Egal, Hauptsache, fantastische Editionen. Diese hier zum Beispiel, aufgelegt in Verbindung mit dem jüngst bei Hatje Cantz in Katalogform gebrachten Projekt „Exit“ von Fotografin Isabelle Graeff. Während die eigentlichen Fotoarbeiten, entstanden in England kurz vor der Brexit-Abstimmung unter dem Eindruck eines durch Umbrüche verunsicherten Landes, zwar durch kompositorische und technische Perfektion bestechen, dadurch aber zu viel Distanz entfalten, um als Stimmungsbild oder Kommentar zur Zeit zu funktionieren, tun die Polaroids 1:1 genau das. Das nur bedingt kontrollierbare Ergebnis, die langfristigen Entwicklerreaktionen geschuldeten Veränderungen, das kaum bestimmbare Haltbarkeitsdatum – hier sind Sujet und Medium eins.

Die Auflage der Edition beträgt 111, tatsächlich handelt es sich aber um Unikate. Perfekt gerahmt in Eichenholz hinter Museumsglas, signiert, datiert und nummeriert, und begleitet von einer signierten Ausgabe des Katalogs. Was das wohl kostet? 250 Euro. Ja, das stimmt. Zweihundertfünfzig Euro.

Isabelle Graeff, Edition „Exit“, 2018. Zu bestellen unter www.editionexit.com.