ZKR und Schloss Biesdorf sind sich nicht mehr grün

Schloss Biesdorf. Photo© Wikimedia Commons, CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0.

Kleine Berliner Bombe zum Jahresende: Das ZKR – Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum verlässt seinen Standort Schloss Biesdorf. Der Betreiber, die Grün Berlin GmbH, war erst im September 2016 im Auftrag des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf angetreten, das architektonisch nicht ganz einfache, aber irgendwie zickig-attraktive und landschaftsgärtnerisch toll umarmte Gebäude in der Aufmerksamkeit des Berliner Kulturgeschehens zu verankern – und zwar mit einem großartigen Programm und deshalb unabhängig von den Besucherzahlen erfolgreich.

Umso erstaunlicher nun die Pressemitteilung, in der von schwierigen betrieblichen und finanziellen Voraussetzungen die Rede ist und der Betreiber zum Schluss kommt: „Das begrenzte vom Bezirk vorgegebene Budget erlaubt jedoch langfristig keinen wirtschaftlich verantwortungsvollen Betrieb durch die Grün Berlin GmbH.“ Der Knaller kommt aber erst noch: Offenbar hatte der Bezirk „Einnahmeerwartungen“, die so hoch angesetzt waren, dass sie laut Betreiber „zu einer unverträglichen Kommerzialisierung des Kunstortes“ geführt hätten, „die in Widerspruch zu den geltenden Förderrichtlinien steht.“ Der Betreiber will das nicht verantworten und zieht sich deshalb zurück. Doof. Jetzt steht da ein teuer saniertes Gebäude, in das vielleicht nach Änderung der Förderrichtlinien ein Tagungshotel einzieht. Oder Leerstand, wieder mal. Das ZKR soll 2018 an einem neuen Standort weitergeführt werden, aber es scheint so, als hätten hier alle Seiten verloren.

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