Die Hoosen-Maschine

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen Christian Hans Albert Hoosen kennen und seine Kunst schätzen. Erstaunlich deshalb, weil er selbst nach eigener Aussage mit dem Kunstbetrieb nicht so gern so viel zu tun haben will, jedenfalls nicht mit den Scheißleuten darin, von denen es ja ziemlich viele gibt, aber Gott sei Dank ja nicht nur, und am Ende weiß Hoosen natürlich, dass auch Scheiße geil sein kann. Sagen wir, er pflegt ein leicht ambivalentes Verhältnis zu seiner eigenen Positionierung zu seiner Kunst und der Einordnung derselben durch andere, und es könnte sein, dass seine pimmelig fotzigen Rotzzeichnungen und in Teilzeit-Tourette gefertigten Verbalschlenker eine Art versuchter Übersprungshandlungen darstellen, bloß wegbleiben von den hohen Höhen der Hochkunst, aber das funktioniert nicht ganz, denn seine Malerei gehört zum Besten, was man dieser Tage an Malerei zu sehen bekommt.

Aber über Hoosens Kunst können und sollten wir ein anderes mal reden, denn jetzt und hier geht es um eine extrem zeitsensitive und deshalb jetzt hier ganz schnell zu kommunizierende Sache. Genauer, um eine Maschine. Noch genauer, um eine Zeitmaschine, die sich zufälligerweise auch als Geschirrspüler nutzen lässt. Und weil die gerade auf eBay Kleinanzeigen angeboten wird, und man weiß ja, wie schnell da Zeitmaschinen weggehen, zumal wenn sie nur 24.000 Euro kosten, ist Eile geboten!

Verrückterweise ist Hoosen verrückt genug, den Schnäppchenpreis noch auf eine Verhandlungsbasis zu stellen, was bedeutet, man könnte womöglich den Preis auf 23.000 oder sogar noch tiefer drücken! Und das, wo die Zeitmaschine neben der Geschirrspülfunktion und der zeitlos eleganten Edelstahlvollverkleidung noch über ein paar weitere exklusive Features verfügt: auf der Klappe das Foto einer nackten Frau, mit Spucke appliziert, und zwar der Spucke des Künstlers selbst, sowie eine Glühbirne mit Fassung am Schlauchende, was insofern sehr praktisch ist, als die Länge dieser Konstruktion die Länge von elf aneinandergereihten Tiefkühlerbsen (handelsüblicher Größe) nicht überschreitet.

Im Anzeigentext erzählt Hoosen auch noch ein bisschen was über seine Zeitreisenerlebnisse, als Beweis der Funktionstüchtigkeit der Maschine, die übrigens noch Garantie hat bis Juni 2017, falls es überhaupt noch eines weiteren Kaufarguments bedarf. Also, Zeitreisefreudige, hier ist das Inserat, ran an das Ding!

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4 Kommentare

  1. Der Künstler scheint nicht nur zu den „Scheissleuten im Kunstbetrieb“ ein sehr ambivalentes Verhältnis zu haben. Auch ansonsten sieht er es wohl sehr entspannt. Falls der Künstler selber den Kommentar liest oder jemand ihn darauf aufmerksam machen kann: Ich warte seit zwei Monaten auf eine Rückmeldung, aber anscheinend hat er sich sich doch den Außerirdischen angeschlossen oder ist im Selbstversuch mit der Zeitmaschine in eine Parallelwelt entschwunden. Für Nachfragen darf die Redaktion gerne meine Adresse weitergeben.

    1. Ja, es ist wohl so, Herr Hoosen ist als Wanderer zwischen den Welten so flutschig zu greifen wie ein Stück nasser Seife – wir geben diese Nachricht gern weiter!

      1. Hallo, leider war dieser Versuch bisher nicht von Erfolg gekrönt. Wenn es nur um einen Kontakt zum Künstler gehen würde, würde ich das Thema als ‚dumm gelaufen‘ abhaken. Da es aber auch um den schnöden Mammon geht, melde ich mich nochmal per Kommentar.

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