Du sollst dir kein Bild machen

Testbild

FuBK-Testbild. ©Rotkaeppchen68/CC BY-SA 3.0

Zwei Events am Eröffnungsabend des Gallery Weekends, zwei Lektionen über Bilder. Die eine über Bilder, die nicht gemacht werden durften, die andere über Bilder, die besser nicht gemacht worden wären.

Beim Preview der Feuerle Collection hieß es, „keine Fotos bitte“. Dass Sammler Desiré Feuerle selbst kontrollieren möchte, welches Bild von seiner Sammlung durch die Mauern des zu Sammlungspräsentationszwecken beeindruckend hergerichteten Bunkers nach außen dringt, passt zwar zum auratisch Aufgeladenen der Präsentation, aber nicht ins 21. Jahrhundert. Kontrolle über sein Image hat nur, wer nicht kontrollieren will, was für ein Bild sich andere davon machen, und sharing is caring, aber im Dunkeln ist gut Munkeln, mag sich Herr Feuerle denken im von schattenspielerzeugenden Lichtquellen nur sanft angerührten Dunkel des Bunkerinneren, warum nicht mal das Dunkle im Dunkeln lassen. Dabei würde das gerade durch die Lichtinszenierung erwirkte Theatrale, das Gralheilige der Präsentation sensationell wirken auf Instagram, wahrscheinlich viel besser als in echt, es ist eine Inszenierung wie gemacht für Instagram, die Atmo-Filter sind ja quasi schon vorinstalliert! Weshalb, ätsch, das Fotoverbot auch von vielen nicht eingehalten wurde, wie man beim anschließenden Gallery Weekend-Eröffnungsempfang im Foyer des HAU an herumgereichten Telefonfotos erkennen konnte, die wenig später ihren Weg in eine allgemeinere Öffentlichkeit fanden.

Ja, und dann gibt es Menschen, denen will man eigentlich sagen, wenn du dir schon ein Bild machen musst oder zwei oder drei, dann bitte wirklich nur dir selbst und sonst niemandem, oder höchstens noch deinen lieben Freunden, aber der Öffentlichkeit solltest du besser kein Bild machen, so wie du Bilder machst. Trotzdem irgendwie toll, diese schutzlose Naivität, da einfach mal ein paar Portraits hinzuhängen in diesen Concept Store und zu sagen, ich bin Künstlerin und ich hau‘ so viele Bilder raus, wie ich will. Am Ende sorgt das auch für ein bildproduktionstechnisches Gleichgewicht – die Fürstin hat für ihre Kunst sogar einen Instagram-Account.

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