Dogs looking at Things #17

Dogs looking at things_Schmuck

Bis zu 800 Hunderassen gibt es auf der Welt. So viele Hunderassen braucht kein Mensch. Und erst recht kein Hund. Zwar sind Hunde Studien zufolge in der Lage, auf Fotos Vertreter ihrer Spezies zu erkennen, aber zu mehr als zur Unterscheidung zwischen „Hund“ und „Auto“ reiche es nicht. Für einen Hund sei ein Hund ein Hund, kein „Dackel“, „Pitbull“ oder „Labrador“, behauptet eine Studie des bekannten Hundekognitionsfachmagazins Animal Cognition.

Auch Menschen wird die Fähigkeit zugeschrieben (und zwar ganz ohne Beleg durch entsprechende Studien), zwischen „Mensch“ und „Auto“ zu unterscheiden, und nicht nur das: Menschen sollen Vertreter ihrer Spezies sehr viel differenzierter wahrnehmen als Hunde; sie sehen statt „Mensch“ zum Beispiel „dunkelhäutiger Mensch“, „hässlicher Mensch“ oder „beschissen angezogener Mensch“, weshalb es nur logisch ist, dass sie nicht einfach nur „Hund“ sehen, sondern eben „Dackel“, „Pitbull“ oder „Labrador“. Unterschiedliche Hunderassen gibt es also nur aus einem Grund: um die komplexen kognitiven Fähigkeiten des Menschen zu bedienen.

Nun könnte es sein, dass eingangs zitierte Studie Hunden nur deshalb eine gröbere Wahrnehmung in Sachen Rassenvielfalt zuschreibt, um die Stellung des Menschen als höher entwickelte Spezies nicht zu gefährden. BLITZKUNST hat deshalb ein Experiment gewagt und einem zufällig gerade griffbereiten Dackel eine Reihe von Hundeabbildungen gezeigt. Zur Gewährleistung eines kontaminationsfreien Versuchsaufbaus wurde dabei auf die Kettenanhänger des neuen Schmucklabels June in September zurückgegriffen, denn bei diesen Umrissen von Hundekörpern unterschiedlicher Rassen handelt es sich um Darstellungen von bestechender, oder sollten wir sagen, unbestechlicher Klarheit. Nicht, weil sie vereinfacht wären oder, schlimmer noch, stilisiert. Im Gegenteil, sie erscheinen wie ein Kondensat des Hundlichen von höchster caniner Vollständigkeit. Und obwohl sie flach sind, entfalten sie eine Körperlichkeit, der auch eine Darstellung auf Flachbildschirmen nichts anhaben kann. Praktischerweise beinhaltet die Kollektion außerdem nur Rassen, die einem Auslauf genießenden Stadthund täglich begegnen. Eine Rasse wie die Steirische Rauhhaarbracke zu erkennen oder einen Chien de Trait Belge wäre wahrscheinlich zuviel verlangt, zumal letztere nicht mal mehr im Rasseverzeichnis der FCI (Fédération Cynologique Internationale) geführt wird, aber Dogge, Spitz, Chihuahua und natürlich Dackel sollten für einen Berliner Dackel keine große Hürde darstellen.

Dachshund_June September

Photo© june-in-september.com

Und was hat das Experiment gezeigt? Der Dackel hat den Dackel erkannt (und dies verhaltenstypisch per Schnauzstubser angezeigt). Kein Wunder. Ein Bildnis, das sein lebendes Vorbild so genau erkennt, muss auch umgekehrt von diesem genau erkannt werden. Fraglich, ob ein Mensch bei einem Experiment mit Menschenumrissen auch so gut abgeschnitten hätte.

 

Die Anhänger von June in September sind online erhältlich in drei Größen (von denen die größte sich auch gut als Hundemarke macht).

3 Kommentare

  1. Gratualtion zu dieser empirischen Untersuchung… Unsere treuen Gefährten sind schlauer als so mancher denkt… auch das ist Kunst… wenn auch ein wenig abstrakt.

  2. Phantastisch… Werk Kunst und Tiere mag wird die Idee lieben … Verhaltenstypische Ahnenanalyse unserer Vierbeiner… ein gelungener Beitrag… weiter so…
    Viele Grüße aus dem Norden
    Felix K.

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