Rauchen und Fasten am Ende

Urs Fischer Skateboard Smoking

Urs Fischer for Supreme, „Toasted, Fried & Baked“, 2016. ©supremenewyork.com

Dass sich manche in der Fastenzeit neben anderen Lustbefriedigern auch das Rauchen verkneifen, ist insofern kein Akt religiöser Hingabe, als die Fastenzeit ja jener 40 Tage gedenken soll, die Jesus in der Wüste verbrachte. Ganz allein, ohne Essen, aber auch ohne Zigaretten, was ihm allein schon deshalb nichts ausgemacht haben dürfte, weil er Nichtraucher gewesen sein soll. Sich etwas zu verkneifen, was Jesus egal war, hat also jedenfalls nichts mit Religion zu tun, sondern höchstens mit dem Austesten der eigenen Willenskraft, aber damit ist es mit dem heutigen Ende der Fastenzeit vorbei, weshalb für Rauchfastende der Anblick der von Urs Fischer für das Skate-Label Supreme gestalteten Boards keine Versuchung mehr darstellt.

Diese Abbildungen noch während der Fastenzeit zu posten, wäre natürlich Folter gewesen, denn die Zigaretten darauf sehen schon verdammt verlockend aus, da will man sofort losrauchen, oder jedenfalls sich so ein Board kaufen. Aber hier ist unabhängig von der Fastenzeit der Verzicht schon mit eingebaut, denn die Fischer-Boards waren praktisch ab Launchdatum am 21. März schon ausverkauft, ihre Verfügbarkeitsspanne so flüchtig wie der Rauch einer Zigarette.

Möglicherweise wurden sie gar nicht so sehr von Skatern, sondern vor allem von ehemaligen Rauchern und temporären Nichtrauchern gekauft. Wenn ich das Ding an sich schon nicht haben kann, dann wenigstens ein Bildnis davon, und dann noch aufgebracht auf einen Bildträger, der auch als Sportgerät bewertet werden kann, das zwar von vielen Menschen aus anderen Gründen als sportlichen genutzt werden mag, aber dafür sind die meisten dieser Menschen sehr jung und körperlich fit und damit die perfekten Nichtraucher und sollten eigentlich vom Rauchen abgehalten anstatt dazu verlockt werden, aber der Teufel Urs Fischer schert sich nicht drum, was toll ist für die Nichtraucher, denn selber Verzicht zu üben fällt so viel leichter, wenn man weiß, dass sich andere ihm hingeben, aus persönlicher Schwäche oder verbotenerweise. Bei sich selbst findet man das Rauchen nicht Sünde genug, um es freiwillig zu lassen. Dazu braucht es dann irgendwas oder -jemand, dem man den eigenen Verzicht als Opfer darbringen kann. Ob nun Jesus oder junge Skater.

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