Was wird da für ein schmutziges Spiel gespült!

Daniel Turner, Britannica_Johann Koenig_01

Es wird ja jede Menge schmutziges Geschirr gewaschen in der Spülenbranche – und wo es schmutzig ist, klar, da ist die Kunst natürlich nicht weit. Deshalb ist es grundsätzlich erst einmal weder verwunderlich noch verwerflich, wenn in einer Galerie, sagen wir zum Beispiel bei Johann König, ein paar Spülen stehen. Die machen Spaß, die kann man gut anschauen, und sie sind totally relational und laden auf spülerische Art zur Interaktion ein. Wenn es denn was Schmutziges zum Spülen gibt. Was ja wie gesagt in der Kunst schon mal der Fall ist. Aber kann eine Spüle selbst Kunst sein? Anscheinend nicht. Kunst ist nämlich etwas Originäres. Die Spülen bei Johann König aber, die sind nicht originär, sondern nachgemacht. Spülenplagiate!

Spuely_meint_Horzon_Sparadies

Und da hat Spüly sehr wohl recht! Bei König dagegen gibt es nur EINE EINZIGE SPÜLENSORTE! ©modocom.de

Was man nie von dem jungen Erfolgsgaleristen gedacht hätte: Dass er so doof ist zu glauben, keiner würde es merken, wenn er, bzw. sein Künstler Daniel Turner, einfach das Erfolgsprodukt eines jungen Erfolgsunternehmers kopiert. Hat aber jemand gemerkt natürlich, und zwar Spülenmagnat Rafael Horzon höchst selbst. Und zwar, als er die Galerieräume von Johann König aufsuchte. Wie muss man sich da nur fühlen! Kein Wunder, dass Horzon vermeldet, die Sache werde ein juristisches Nachspiel haben. Übrigens nimmt es der Sache nicht den Wind aus den Segeln, dass die „Arbeit“ von Turner auf 2012 datiert ist, Horzon darin aber eine Kopie seiner für sein Unternehmen Horzon’s Spülen Sparadies realisierte Spüleninstallation von 2013 sieht, denn die Vorahnung von der großen Spülen-Blase hatte der Visionär natürlich schon viel früher. Insofern bedeutet die Installation bei König nicht nur ein Plagiat des Dinglichen, sondern auch Diebstahl geistigen Eigentums.

Sollte man die Galerie Johann König jetzt boykottieren? Keineswegs. Abgesehen davon, dass eine Größe wie Horzon eine derart kleinliche Geste des Supports nicht braucht, sollte man im Gegenteil der Galerie erst recht einen Besuch abstatten: Denn erst, wenn man die „Kunst“-Spülen ganz aus der Nähe betrachtet, sieht man, wie schmutzig die Sache wirklich ist! Und dann noch ein Tipp: Bei Horzon gibt’s nicht nur eine größere Auswahl an Spülen, sondern bestimmt auch sehr viel günstigere Preise.

„Daniel Turner“, König Galerie, St. Agnes, noch bis 6. Dezember 2015

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