Dogs Looking at Things #14

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©Guinnevere Shuster für The Humane Society of Utah

Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, unter Menschen leider nach wie vor praktiziert. Dass aber auch Hunde davon betroffen sind, ist kaum bekannt. Tatsächlich sind schwarze Hunde (und auch Katzen) Tierheimen zufolge weit schwieriger zu vermitteln als hellfellige oder gefleckte. Allerdings nicht, weil schwarzes Fell mit Minderwertigkeit gleichgesetzt wird, sondern aufgrund eines Uraberglaubens, demzufolge schwarze Tiere Unglück bringen. In einigen Gegenden Englands ist der „Black Dog“ bis heute eine lebhaft rezipierte Figur im Volksglauben. Wer den schwarzen Hund sieht, wird mit ziemlicher Sicherheit sterben oder zur Hölle fahren, oder beides.

Dass Menschen etwas gegen schwarze Hunde haben, ist umso trauriger, als Hunde untereinander diese Form der Diskriminierung nicht kennen. Hellfellige Hunde jedenfalls spielen mit dunkelfelligen, ohne irgendeine Form von Ablehnungs- oder Überlegenheitsgesten zu zeigen. Wahrscheinlich ist Fellfarbe das Letzte, was einen Hund an einem anderen interessiert. Woher sollten schwarze Hunde also wissen, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, wenn sie nach einem langen Tag im Käfig wieder von keinem Menschen abgeholt worden sind?

Ein Gutes scheint das Phänomen der Fellfarbendiskriminierung allerdings zu haben: es dient Fotografen als Inspirationsquelle und Herausforderung. Schwarze Tiere sind nämlich ziemlich schwierig zu fotografieren, und dass ihre Steckbriefbilder oft nicht so gut aussehen, macht ihre Vermittlung nicht einfacher. Der amerikanische Fotograf Fred Levy portraitiert für sein „Black Dogs Project“ schwarze Hunde, die (bzw. deren Halter) er über Social Media rekrutiert, vor schwarzem Hintergrund. Und die Fotografin Guinnevere Shuster inszeniert in Tierheimen auf Vermittlung wartende Hunde, und zwar auf so bescheuerte Weise dekoriert, dass die Fellfarbe in den Hintergrund tritt. Das Projekt ist als Antidiskriminierungskampagne gedacht, was durchaus lobenswert ist. Aber es wirft auch die Frage auf, warum diese Hunde sich so entwürdigend hundefremd stylen lassen müssen, um für eine Vermittlung attraktiv zu werden. Hoffentlich fangen diese Hunde niemals an, schwarz zu sehen.

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