Gutes Personal…

BaibakovaWer sich darüber beklagt, wie schwierig es sei, gutes Personal zu finden, wird in der Regel nicht ernst genommen – als handele es sich um eine Bemerkung, die nur von jenen gemacht wird, in deren Lebensrealität die Suche nach Personal nicht vorkommt und die folglich nur als Witz gemeint sein kann. Aber nein – oft genug ist sie kein Witz, die Sache mit dem Personal. Es ist sehr wohl schwierig, gutes Personal zu finden. Und was noch viel schwieriger ist: es zu halten. Moskauer Oligarchen-Gattinnen und -Töchter zum Beispiel können ein Lied davon singen. Die Sammlerin und Mäzenin Maria Baibakova hat genau das getan. In Form einer Kolumne für den russischen Tatler. Leider kam das nicht so gut an.

Die 28-jährige Baibakova verbringt sehr viel Zeit damit, Kunst zu kaufen, in Museumsvorständen zu sitzen, Parties für Messen, Kunstmagazine und Sammler zu geben und reich zu sein. Deshalb braucht sie sehr viel Personal. Weil sie anders als die erste Generation Oligarchenfrauen vollumfänglich im „Westen“ sozialisiert worden ist (wozu unter anderem ein dreiwöchiges Benimm-Intensivtraining an einer Schweizer Schule für Sozialkompatibilität in wohlerzogenen Kreisen gehörte), kennt sie die Tücken der Personalpflege im internationalen Vergleich. Sie weiß, dass die besten Butler aus England kommen und dass man die Finger von Zimmermädchen von den Philippinen lassen soll, weil die faulheitsbedingt immer Kopfschmerzen vortäuschen. Warum also nicht dieses Wissen in einem adäquaten Medium veröffentlichen, auf dass andere nicht dieselben Fehler machen bei der Auswahl ihrer Nannies, Butler und Gouvernanten? Blöd nur, dass ausgerechnet Buzzfeed auf die Idee kam, ihre im russischen Tatler erschienene Kolumne zu übersetzen. Das Ergebnis kam so schlecht (also so gut) an, dass sich Baibakova genötigt sah, auf der Website ihres Baibakov Art Projects eine Entschuldigung zu veröffentlichen.

Was sie sich natürlich hätte sparen können. Denn wenn es irgendwo Verständnis gibt für ihre Haltung gegenüber ihrem Personal, dann in jenem gesellschaftlichen Umfeld, welches Baibakova über ihre eigenen Kommunikationskanäle erreicht.

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