Dogs Looking at Things #12

Dog 12

Wenn sich ein Mensch einem Teppich nähert, dann dürfte ihn als allererstes interessieren, wie er aussieht. Und erst danach, wie er sich anfühlt. Bei Hunden verhält es sich umgekehrt. Für einen Hund muss sich ein Teppich vor allem gut anfühlen, ob er auch gut aussieht, ist von nachgeordneter Bedeutung, wenn nicht sogar uneingeschränkt bedeutungslos, denn Hunde sind Pragmatiker, sie betrachten Teppiche nicht, sie benutzen sie. Für einen Hund ist ein Teppich auf Betonboden unbedingt zu betreten, für einen Menschen nicht unbedingt. Im Gegenteil, es gibt sogar Teppiche, die ein Mensch nicht nur nicht betreten will, sondern gar nicht erst zu betreten wagt. Gerade bei Teppichen, die in zu Kunstvermittlungszwecken genutzten Räumlichkeiten ausliegen (siehe obiges Beispiel von der abc art berlin contemporary), könnte es sich schließlich selber um Kunst handeln. Und die betritt man nicht. Was ein Hund natürlich nicht weiß. Und so kann es kommen, dass sich ein Hund, nur weil er eine völlig andere Sichtweise auf Teppiche pflegt als Menschen, völlig allein auf einem solchen wiederfindet. Mit freiem Blick auf viele Menschen, die sich nicht einmal in der Betrachtung des Teppichs ergehen wollen, geschweige denn in seiner Begehung. Wenn es nach diesen Menschen ginge, könnte man den Teppich also auch einfach weglassen, oder was? Einen pragmatischen Umgang mit Dingen zu pflegen kann echt einsam machen.

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