And the Selg goes to…

Markus Selg_Berlin Art Prize_TrophäeDas Wichtigste an Preisen ist natürlich zum einen das wohlige Gefühl, wenn man sie überreicht bekommt, zum anderen ihre Außenwirkung, die sich im besten Fall in einem positiven Karriereverlauf niederschlägt. Beim eigentlichen Akt der Preisverleihung allerdings gibt es nichts Wichtigeres als die Trophäe. Ein Preis wird ja nicht nur verliehen, er wird überreicht. Es reicht nicht, einfach nur zu sagen, „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt Preisträger“, nein, ein Preis muss sich in Form einer Trophäe manifestieren.

Im Augenblick der Verleihung ruhen alle Augen auf dieser Trophäe. Umso merkwürdiger, dass fast alle Preistrophäen irre hässlich sind, sogar (mal abgesehen von der immer wieder als rühmliche Ausnahme genannten Oscar-Statue) die berühmten. Die Goldene Palme von Cannes zum Beispiel soll edel wirken, trifft aber eher den Geschmack von Menschen, die ihre Wohnungen gern in Versace einrichten. Dass diese Trophäe einen Materialwert von 25.000 Euro hat, unterstützt ihre peinliche Wirkung nur.

Preistrophäe von Markus Selg

Dabei können Preistrophäen auch anders. Wenn am 14. Juni der Berlin Art Prize verliehen wird, dann werden drei Gewinner jeweils eine Trophäe überreicht bekommen, gestaltet von Markus Selg. Die ausgezeichneten Künstler werden ihren Preis also von einem ausgezeichneten Künstler erhalten. Die rund 25 cm hohe Statue aus Gips (oben eine ähnliche Abbildung) wird in jeder ihrer drei Ausführungen eine andere Textur haben, was jede Trophäe zum Unikat macht, was wiederum der Natur eines Preises viel näher kommt als seriell gefertigte Trophäen – Preisträger werden schließlich auch für einzigartige Leistungen ausgezeichnet und nicht für Kopien der Leistungen anderer.

Aber seriell gefertigte Preistrophäen sind natürlich billiger als Unikate. Womit wir elegant zu einem anderen Thema übergeleitet hätten: Als unabhängiger Kunstpreis ist der Berlin Art Prize auf privates Finanzierungsengagement angewiesen. Wer dazu beitragen will, dass auch im kommenden Jahr alle Augen auf einer ansprechenden Preistrophäe ruhen können, gelangt hier zur aktuellen Crowdfunding-Kampagne.

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