Endlich: Kunst als Modetrend anerkannt

Artspace fashion trends

Kunst passend zu aktuellen Modetrends bei Artspace. ©www.artspace.com

Obwohl sie die Mehrheit der Kunstkäuferschaft ausmachen, dürfen Sammler, die keine Ahnung von Kunst haben (und auch keine haben wollen), ihre Ignoranz immer noch nicht frei ausleben. Umso erfrischender, wenn ein Vertreter des Kunsthandels die Dinge einfach mal beim Namen nennt und Kunst als das präsentiert, was es für die meisten Sammler ist: Dekorationsobjekt und Modetrend. So jedenfalls macht es die Onlinekunstverkaufsplattform Artspace.

Artspace präsentiert zur Zeit Kunstwerke passend zu Modetrends der Herbstsaison. „We’ve pulled together a list of fall’s hottest trends and an ensemble of contemporary artworks that translate these looks right onto your wall“, heißt es auf der Webseite. Zu den heißesten Trends gehört zum Beispiel „Metallic Shine“, „Pastel Coats“ oder „Bold Florals“. Zu jedem Trend werden passende Kunstwerke präsentiert. Die meisten von Künstlern der Kategorie „Nicht ganz so bekannt, aber vielleicht wird’s ja noch was“. Vielleicht will man es sich bei Artspace nicht mit jenen Namen verscherzen, die als Künstler anerkannt sind, weil sie erfolgreich behaupten, Kunst zu machen und keine Mode.

Leider unternimmt das Unternehmen den Versuch, die Paarung von Kunst und Mode zu rechtfertigen, und zwar damit, dass sich viele Modedesigner von Kunst inspirieren lassen. Das mag stimmen, verwässert aber die eigentliche Aussage. Denn es geht hier ja nicht darum, dass Mode wie Kunst aussieht, sondern dass Kunst Mode ist.

Auf die Idee mit der Kunst-Mode-Paarung kam Artspace übrigens, weil in New York gerade Fashion Week ist. Dort allerdings werden gerade nicht die aktuellen, sondern die Trends des kommenden Jahres präsentiert. Wie geht man als Sammler damit um? Soll man die dazu passende Kunst jetzt schon kaufen und bis zur Herbstsaison 2014 einlagern? Und wie bewertet man, dass manche der zum aktuellen Trend passenden Werke schon vom letzten Jahr oder gar Jahrzehnt datieren? Macht sie das zu Vintage-Kunst?

So ganz hat Artspace die Behauptung „Kunst ist Mode“ also nicht zuende gedacht. Dafür funktioniert die Umkehrung des Prinzips einwandfrei: Mode ist Kunst. Zumindest, wenn sie von Künstlern gemacht wird. Hier ein paar Klassiker aus der Kunstmodegeschichte, kuratiert von Johannes Christian Schön:

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