Branson will Geld von Berlin

Marrakech BiennaleGestern gab es einen Empfang für die Marrakech Biennale im Soho House. Gastgeberin war Vanessa Branson, die Gründerin der Biennale und Schwester von Richard Branson. Dass Vanessa die Schwester von Richard ist, muss deshalb erwähnt werden, weil das gestrige Event als Möglichkeit zum Fundraising für die Biennale gedacht war, und das ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil die Verbindung von Fundraising und Berlin so etwas wie ein Oxymoron darstellt, sondern auch, weil der Name Branson mit soviel monetärer Potenz ausgestattet ist, dass eine Branson jetzt nicht unbedingt zum Spendensammeln für ihr Projekt aufrufen muss, weder in Berlin noch anderswo, und erst recht nicht, wenn sie dieses Projekt als persönliches Hobby betreibt.

Allerdings muss gesagt werden, dass die Mischung aus Gastgeberin und Anlass ein Publikum erzeugte, das man zwar in dieser Zusammenstellung in der Berliner Kunstwelt sonst nicht antrifft, in – wenn auch nur geringen – Teilen aber durchaus gern einmal antreffen würde, um herauszufinden, was die Mischung aus Konservativ und Vermögend auf der einen und Geschmackssicher und Visionär auf der anderen Seite hervorzubringen vermag.

Was mit „Geschmackssicher“ gemeint ist? Zum Beispiel das hier: Am Ausgang des Veranstaltungsraumes lag ein Buch aus, in welches man sich eintragen und ankreuzen konnte, in welcher Form man künftig mit der Marrakech Biennale in Verbindung bleiben wolle – als Freund für Summe X, als Förderer für Summe Y oder (wurde am häufigsten angekreuzt, war aber umsonst) als Newsletter-Empfänger. Das Buch war recht hübsch gemacht, und außerdem wurden zu Identifikationszwecken Polaroids von den Eintragenden gemacht – selten habe ich mich auf so elaborierte Weise für einen Newsletter angemeldet. Neben dem Buch allerdings lagen Karten in Postkartenformat aus, die im Detail über die Konditionen einer Biennale-Förderung informierten. Selten habe ich im Kunstkontext ein so hässlich gestaltetes Druckmittel gesehen – wenn gestern nicht viel Geld zusammengekommen ist, dann wird es jedenfalls nicht ganz allein an Berlin gelegen haben.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s