Enttäuschendes Dinner bei Gagosian

Carlos de Souza, Victoria Gelfand, Millicent Wilner, Serena Cattaneo, Sean Souza_2

Carlos de Souza (lks.) mit Gagosian-Team und Sohn Sean. Photo©Joe Schildhorn/BFAnyc.com

Wären wir nicht soeben darüber informiert worden, dass Gagosian gestern in São Paulo ein Dinner gegeben hat, hätten wir glatt übersehen, dass dort gerade Kunstmesse ist. Aber um Kunstmessen geht es hier jetzt nicht. Sondern darum, dass ein Galeriendinner für so wichtig erachtet wird, dass es über einen internationalen News-Dienst kommuniziert wird, versehen mit einem Downloadlink für Bilder von den Gästen für die Nachberichterstattung – und das, obwohl Larry Gagosian selber gar nicht da war, und auch sonst niemand, den man kennen würde. Also, den ich kennen würde. Außer der ziemlich coolen Nadine Johnson, sowie Carlos Souza und seinem Sohn Sean, den außer mir sicher noch viele andere kennen, aber falls nicht, hier eine kurze Einführung: Carlos Souza wurde als rechte Hand von Valentino zur führenden brasilianischen Stilikone, und sein Sohn Sean ist DJ und hat auch schon für Madonna aufgelegt, allerdings keine Affäre mit ihr.

Schade, dass beim Gagosian-Dinner keine internationalen Celebrities waren, zuerst hatte ich mich sehr gefreut über die Email, deren Betreff ein exklusives Privatdinner von Gagosian vermeldete, denn es ist sehr wichtig für die Kunstwelt, von Celebrities besucht zu werden, weil die meistens besser aussehen als Kritiker und Kuratoren, besonders Kritiker sehen meistens überhaupt nicht gut aus, sondern im Gegenteil eher unsexy, was auch daran liegen könnte, dass sie glauben, Intellekt und Sinnlichkeit müssten sich ausschließen, gerade bei deutschen Kunstkritikern ist das ja leider häufig der Fall, und dann denke ich mir immer, wenn sie wenigstens Intellekt besäßen…

Jedenfalls sind Celebrities in der Kunstwelt wegen ihres guten Aussehens und Glamourfaktors wichtig, denn wenn man sich mit Kunst beschäftigt, dann ist man ein visueller Mensch und will, dass es seinen Augen gut geht. Außerdem sind Menschen, die sich mit Kunst beschäftigen, genauso narrativ interessiert und emotional responsiv wie jeder andere Mensch auch, lästern also gern, und deshalb werde ich, sobald ich genug Geld zusammen habe, also irgendwann demnächst, ein People Magazine für die Kunstwelt launchen, weshalb ab sofort besser jeder nett zu mir sein sollte, sonst gibt es schlechte Presse oder, noch schlimmer, gar keine.

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