Was so reinkommt

HIER KÖNNTE SICH DOCH EINE ABBILDUNG

VON ÄUSSERST SPANNENDER UND NOCH

TOTAL UNGESEHENER KUNST BEFINDEN

Wie schafft es ein Künstler ohne Biografie, ohne Galerie, ohne Presseerfahrung in ein etabliertes Kunstmagazin? Ganz sicher nicht, indem er eine Email an die Redaktion schickt mit einem Link zu seinem Portfolio. Da fragt sich der Empfänger dann nämlich, woher hat der Künstler meine persönliche Emailadresse und warum schickt der mir Zeug, das niemand kennt und das keine wichtigen Menschen wichtig finden und weiß der nicht, wie viele Emails ich jeden Tag bekomme und wie viele von diesen Emails mich interessieren, nämlich fast gar keine, was drängt der sich mir auf, ich kenne den nicht, der nervt, weg damit. Doch doch, so denken Redakteure von Kunstmagazinen dann oft, wir wissen es, wir, die aus 300 ehemaligen Kunstmagazinredakteuren bestehende BLITZKUNST-Redaktion, wir sprechen aus Erfahrung. Weiterlesen

Totgeliebter Hase

Gelitin Pink RabbitEin echtes Kuscheltier trägt Spuren der Liebe, die ihm zuteil werden. Hat abgekaute Ohren, räudiges Fell, leere Augenhöhlen, und irgendwann quellen seine Innereien aus der abgewetzten Haut. Zu Tode geliebt.

So ergeht es auch dem Rabbit, einem riesigen rosafarbenen Hasen auf einem Berg im Piemont. Vor neun Jahren wurde er dort von der Künstlergruppe Gelitin abgelegt, wurde besucht, bestaunt, beklettert, geliebt. Weiterlesen

Der Nahostkonflikt aus Sicht von Galerist und Sammler

Saltz Simchowitz YaYaYa

Collage zur Visualisierung einer scheißlustigen Fehde zwischen Jerry Saltz und dem für seine Kommunikationsfreudigkeit bekannten Sammler Stefan Simchowitz auf dem Blog YaYaYa. ©www.yayayagetarty.com

Manche Menschen finden, wenn man keine Ahnung hat, sollte man den Mund halten. Das stimmt nicht immer. Im Gegenteil, das Stellen von Fragen hat sich durchaus als probates Mittel zur Erlangung einer Ahnung erwiesen, und dafür muss man den Mund öffnen. Nur wenn man dumm ist, dann sollte man den Mund in der Tat besser halten. Magnus Edensvard ist dumm. Zumindest einer gestrigen Facebook-Statusmeldung nach zu schließen, einer Aussage von so wortgewaltiger Einfalt, dass wir uns kaum trauen, sie hier zu zitieren. Wir tun es dennoch: „Stop bombing Gaza now!!!! Now!!“ Weiterlesen

Dogs Looking at Things #11

Roo the bulldog predicts an England victory in the first World Cup matchDer aufmerksame Hundeliebhaber weiß: Viele Hunde interessieren sich für Bälle. Durchaus auch für Fußbälle. Allerdings kaum für Fußball. Was man zum Beispiel daran erkennt, dass Hundefußballpartien nur von sehr wenigen Menschen besucht werden und Menschenfußballpartien nur von sehr wenigen Hunden. Umso erstaunlicher, dass die Engländer ausgerechnet einen Hund zum Vorhersagetier für die Ergebnisse der Fußball-WM 2014 erkoren haben. Weiterlesen

Buchtipp: Kabelenzyklopädie

Ferentschik_KabelenzyklopädieEs ist immer wieder ein Anlass zu großer Freude, wenn vermeintlich profane Gegenstände zu der ihnen gebührenden Aufwertung gelangen, zum Beispiel indem sie Thema einer Ausstellung werden. So widerfährt es jetzt dem Kabel, einer so bedeutenden wie aufmerksamkeitstechnisch unterernährten Errungenschaft der Menschheit. Kabel werden heute ja nicht nur nicht verehrt, nein, sie werden sogar gescholten, wegen ihrer unbändigen Lust am Verknoten und Verknäulen und uninspirierten Herumliegen, und außerdem werden sie als unmodern belächelt. Wo Kabel sind, da ist es alt, heute muss ja alles kabellos sein. Dabei sind Kabel nicht nur ästhetisch der totale Wahnsinn, sondern auch eine tolle Bereicherung der deutschen Sprache. Weiterlesen

Welche Zeichnung soll es sein?

280_az_2014_105x150Nur noch bis zum 1. Juni 2014 läuft der Online-Verkauf von Zeichnungen aus der Ausstellung “Anonyme Zeichner 2014 – based in Berlin”. Jede Zeichnung kostet 150 Euro, erst nach Kauf erfährt man den Urheber. Das Konzept kennt man beispielsweise vom “secret postcard sale” des Royal College of Art, und es funktioniert auch hier. Es gilt, in eine Wundertüte zu greifen, in der sich möglicherweise Namen verstecken, deren Arbeiten viel mehr wert sind als die 150 Euro, die sie hier kosten. Dass man nicht in der Lage ist, die bekannten von den unbekannten Namen zu trennen und die guten von den schlechten Zeichnungen zu unterscheiden, wurmt nur Spaßbremsen, denn der eigentliche Spaß, das Spiel mit dem Feuer fängt erst an, wenn man akzeptiert, dass die schlechtesten Arbeiten von den besten Namen stammen könnten. Weiterlesen

Schaut auf Tempelhof – vom Gipfel des Berges

The Berg_02

Im Vorfeld des Volksentscheides über den Erhalt des Tempelhofer Feldes sei noch einmal daran erinnert, von wo man den besten Überblick über das Thema hat: vom Gipfel des Berges. Wer jetzt fragt, „welcher Berg?“, hat es nicht verdient, am 25. Mai seine Stimme abzugeben. Welcher Berg? The Berg. Mit rund 1000 Meter Höhe nicht nur der höchste Berg Berlins, sondern überhaupt eine der erhabensten Schöpfungen, die diese Stadt je hervorgebracht hat. Weiterlesen

And the Selg goes to…

Markus Selg_Berlin Art Prize_TrophäeDas Wichtigste an Preisen ist natürlich zum einen das wohlige Gefühl, wenn man sie überreicht bekommt, zum anderen ihre Außenwirkung, die sich im besten Fall in einem positiven Karriereverlauf niederschlägt. Beim eigentlichen Akt der Preisverleihung allerdings gibt es nichts Wichtigeres als die Trophäe. Ein Preis wird ja nicht nur verliehen, er wird überreicht. Es reicht nicht, einfach nur zu sagen, „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt Preisträger“, nein, ein Preis muss sich in Form einer Trophäe manifestieren. Weiterlesen

Google Image Search indiziert Künstlerkarrieren

Elaine Sturtevant Google SuchergebnisseNeulich teilte eine schlaue Person BLITZKUNST folgende Beobachtung mit: Ob ein Künstler Bestand haben oder als Hype-Opfer in der Versenkung verschwinden wird, lässt sich an der Google-Bildersuche ablesen, genauer daran, in welchem Verhältnis Fotos vom Künstler und von seinen Arbeiten stehen: je mehr Fotos mit Arbeiten statt Gesicht des Künstlers, desto mehr Substanz. Weiterlesen